VIP vs. konventionelle Dämmung: Wärmeleitfähigkeit und R-Wert im Vergleich
Die Kernzahlen
- VIP: 1,5–3,0 mW/(m·K) · PU-Schaum: 20–25 · XPS: 30–35 · EPS: 33–38 · Mineralwolle: 35–45.
- Gleiche Dämmung: 15 mm VIP ≈ 75–100 mm PU ≈ 220–280 mm Mineralwolle.
- Pro Zoll: VIP ≈ R-25…R-40; PU ≈ R-6,5; EPS ≈ R-4.
- VIP gewinnt, wo Platz, Gewicht oder Volumen einen Geldwert haben.
Die Vergleichstabelle
| Material | Wärmeleitfähigkeit mW/(m·K) | Ca. R-Wert pro Zoll | Dicke für U = 0,2 W/(m²·K) |
|---|---|---|---|
| Vakuumisolationspaneel (VIP) | 1,5–3,0 | R-25 – R-40 | ≈ 10–15 mm |
| Polyurethanschaum (PU/PIR) | 20–25 | ≈ R-6,5 | ≈ 110 mm |
| Extrudiertes Polystyrol (XPS) | 30–35 | ≈ R-5 | ≈ 160 mm |
| Expandiertes Polystyrol (EPS) | 33–38 | ≈ R-4 | ≈ 175 mm |
| Mineralwolle / Glaswolle | 35–45 | ≈ R-3,5 | ≈ 200 mm |
Was die Zahlen in der Praxis bedeuten
Hausgeräte: Innenvolumen ist Umsatz
In einem Kühlgerätegehäuse schafft der Ersatz von 60–80 mm PU-Schaum durch ein 10–20-mm-VIP bis zu 20 % mehr Innenvolumen bei gleicher Außenabmessung — der Unterschied zwischen einem 300-l- und einem 360-l-Produkt auf derselben Stellfläche, und oft der Unterschied zwischen Energieklassen.
Kühlkette: Haltezeit und Frachtkosten
Eine Versandbox mit VIP-Wänden hält +2…+8 °C bis zu 120 Stunden, wo eine EPS-Box 24–48 schafft. Weil die Wände 4–5× dünner sind, transportiert derselbe Außenkarton bis zu 40 % mehr Nutzlast — und senkt die volumengewichtsbasierten Frachtkosten pro Einheit direkt.
Bauwesen: Wohnfläche ist Geld
Ein Wandwert von U = 0,2 W/(m²·K) erfordert rund 11 cm PU oder 20 cm Mineralwolle — oder etwa 1,5 cm VIP. Bei einer 100-m²-Wohnung in einer Stadt mit Quadratmeterpreisen im vierstelligen Bereich erhält eine Innendämmung mit VIP statt Schaum mehrere Quadratmeter verkaufbare Fläche.
Wo konventionelle Materialien weiterhin gewinnen
- Unbegrenzter Platz: Kann die Wand einfach dicker sein, ist Massendämmung pro R-Wert günstiger.
- Anpassbarkeit vor Ort: Wolle und EPS lassen sich auf der Baustelle zuschneiden; VIPs nicht.
- Durchdringungsgefährdete Bereiche: Zonen mit unkontrolliertem Bohren oder Befestigen erfordern Schutzkonstruktionen um VIPs.
In der Praxis kombinieren Hochleistungsentwürfe beides: VIP in der Fläche, konventionelles Material an Rändern, Durchdringungen und Anpassungszonen.
Häufig gestellte Fragen
Wie viel besser ist ein VIP als PU-Schaum?
Bei gleicher Dicke leitet ein Vakuumisolationspaneel etwa 5–10× weniger Wärme als Polyurethanschaum: 1,5–3,0 mW/(m·K) gegenüber 20–25 mW/(m·K). Anders ausgedrückt: Ein 15-mm-VIP dämmt wie 75–100 mm PU-Schaum.
Welchen R-Wert hat ein Vakuumisolationspaneel?
Pro Zoll Dicke erreichen VIPs etwa R-25 bis R-40 (imperial), verglichen mit rund R-6,5 bei Polyurethanschaum und R-4 bei EPS. Effektivwerte hängen wegen der Randeffekte von der Paneelgröße ab — in der Planung zählt der effektive, nicht der Mittenwert.
Wann ist konventionelle Dämmung die bessere Wahl?
Wenn Platz frei und billig ist. Kann die Wand einfach 20 cm dicker sein, gewinnen Mineralwolle oder EPS beim Preis pro R-Wert. VIPs lohnen sich, wo jeder Zentimeter Geld wert ist: Kühlgerätegehäuse, Kühlkettenboxen, Terrassen, Innensanierung, Wohnfläche in teuren Städten.
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